Praxis Schlichting
Warin - Warnow


Geschichte des Chausseehauses Warin 

Erstmals urkundlich erwähnt wird das Chausseehaus Warin 1844 im Großherzoglichen Mecklenburg-Schweriner Staatskalender. Beschrieben werden die Distanzen zwischen den einzelnen Chausseehäusern auf der Chaussee von Wismar nach Warin (Kritzower Burg, Zurow, Reinstorf, Warin).

Zu dieser Chaussee weiß das Jahrbuch für alle Stände, Meklenburg von 1844 zu berichten: „Der Zweck dieser Straße ist die Herstellung einer Verbindung zwischen Wismar und Güstrow, welche dadurch erreicht wird, wenn Sie in die von Schwerin über Brüel nach Güstrow führende Chaussee einmündet. Die Stadt Wismar übernahm, unter comissarischer Leitung des Herrn Geheimen Amtsraths Koch in Warin, auf eigene Rechnung mit den dazu bewilligten Mitteln den Bau, welcher 1843 vollendet, und zur landesherl. Erhaltung übergeben wurde. Diese Straße geht von Wismar nach Kritzower Burg, Zurow, Reinstorf, zwischen Büschow und Nisbill durch, nach Warin. Ihre Länge beträgt von der Mitte des Wismarschen Marktes bis zur Mitte des Warinschen Marktes 5501 Ruthen. Hebestellen sind zu Kritzower Burg und Reinstorf, es wird jedoch noch kein Wegegeld erhoben.“

Diese Zeitangaben decken sich mit dem dendrochronologischen Gutachten zu den Eichenbalken der Fassade des Chausseehauses, die zwischen 1667 bis 1676 gepflanzt und 1841 bis 1842 gefällt wurden, um sodann dem Bau des Hauses zu dienen. In der Denkmalwertbegründung heißt es u.a. das Haus dokumentiere mit seinem Standort das Ende des ehemaligen befestigten Außenbereichs der Bischofsburg.

In der Wariner Zeitung sucht 1904 Martin Sasse, ehemaliger Chausseegeldeinnehmer, eine Wirtschafterin. 1906 wird das Haus Lange Straße 22 (Brandkataster 22, Stadtbuch 244) zum Kauf angeboten. Am 01.06.1906 wird gemeldet: „das Sasse’sche Wohnhaus wurde von Herrn Hamann für 2100 Mark gekauft.“ Nach diesem Kauf des Hauses durch den Maurermeister Hamann blieb es bis in die 1950er Jahre im Besitz der Familie Hamann. Noch in den 1990er Jahren befand sich die Touristeninformation im ehemaligen Chausseehaus. Nach der friedlichen Revolution erwarb Familie Breiler das Gebäude und nutzte es fortan als Friseursalon und Sonnenstudio. Der Umbau zur Hausarztpraxis erfolgte in den Jahren 2017 und 2018.